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Firmen müssen reagieren

Stress bei der Arbeit wächst

02.05.2013 I Zeitdruck, Überstunden, permanente Erreichbarkeit – die psychische Belastung in der Arbeitswelt nimmt ständig zu. »Das muss gestoppt werden«, sagt IG-Metall-Bevollmächtigter Hartwig Durt.
»Immer mehr Arbeitnehmer müssen vorzeitig in Rente gehen, da sie den Stress im Büro, die permanente Erreichbarkeit, die Rationalisierungsprozesse nicht länger aushalten können«, erklärt Hartwig Durt. Das zunehmend wichtige Thema stand im Zentrum eines dreitägigen Betriebsräte-Seminars der IG Metall Siegen in Bad Laasphe im April. Dabei ging es darum, die Betriebsräte für das Problem zu sensibilisieren und sie mit dem notwendigen Wissen auszustatten, um in ihren Betrieben effektiv dagegen angehen zu können.
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Ein wachsendes Problem ist die psychische Überlastung am Arbeitsplatz. Bildautor: Dan Race fotolia
Gewerkschaftssekretär Andree Jorgella klärte rund 20 Betriebsräte aus Siegen-Wittgenstein darüber auf, dass Unternehmen nach dem Arbeitsschutzgesetz eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen müssen. Das bedeutetet, der Arbeitgeber muss unter Berücksichtigung von Sicherheits- und Gesundheitsaspekten der Beschäftigten für den Arbeitsschutz sorgen, die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüfen und sie anpassen, falls dies nötig ist. Stephan Klenzmann, Betriebsrat bei SMS Siemag in Dahlbruch, veranschaulichte, wie bei SMS Arbeitsschutz mit dem Ziel, psychische Belastungen gering zu halten, umgesetzt wird – auch präventiv. Ein Beispiel ist das sogenannte BEM-Gespräch. BEM steht für betriebliche Eingliederungsmaßnahmen. Es wird allen Mitarbeitern, die lange krankgeschrieben waren, angeboten und dient als Frühwarnmechanismus, um Ursachen von Erkrankungen auf den Grund zu gehen und um Arbeitsbedingungen rechtzeitig verbessern zu können. Stephan Klenzmann, der auch Sprecher des Arbeitskreises Arbeits- und Gesundheitsschutz der IG Metall NRW ist, sagt: »Es ist – gerade in kleineren Betrieben – nicht leicht, das Thema voranzubringen. Deshalb gebe ich den Betriebsräten mein Wissen gern weiter, um ihnen aufzuzeigen, wie sie psychische Belastungen in den Betrieben thematisieren können.«